Arrogant oder eher selbstbewusst?

Und wieder dachte ich mir: Schreib doch ein paar Zeilen dazu in deinem Blog, auch wenn du gerade nur dein Handy zur Hand hast (es geht um übrigen erstaunlich gut).

Nun zum Thema: Arroganz oder Selbstbewusstsein

Ich kenne viele, ja sehr viele, Menschen die das alles in einen Topf schmeißen. Wenn jemand besser ist in einer Sache als sie, dann ist der oder die arrogant.

Manchmal wird schon peinlichst darauf gewartet, dass der gegenüber sich mal nicht kleiner macht, als er ist und wenn er das dann macht, dann PENG, haha ich wusste es schon immer… der Typ ist arrogant.

Ich plädiere dafür, wenn man sich bei so einer Aussage oder Gedanken erwischt, erstmal ganz nüchtern zu reflektieren, ob die Person die Fähigkeiten nicht wirklich mitbringt und evtl. nur ehrlich sagt, dass er etwas kann.

Mit so einer Aussage macht man noch keinen schlechter oder nieder. Das ist ja nur so, wenn man das Verhältnis zwischen Personen zu einer Fähigkeit zu seinem Gunsten und im Übermaß falsch einschätzt. Also selbst, wenn mir jemand offen und ehrlich sagt, dass er z.B. besser Kopfrechnen kann und er kann es auch, dann ist er nicht arrogant, sondern selbstbewusst.

Was mich wirklich annervt ist, dass wir es mit der „Diplomatie“ so weit getrieben haben, dass Menschen sich nicht trauen offen zu sagen, dass sie etwas gut können (außer im Vorstellungsgespräch, wo alle lügen, dass sich die Balken biegen), weil sie sich ängstigen dass sie als arrogant abgestempelt werden. Warum muss das so sein? Ich finde das teilweise sehr anstrengend und heuchlerisch. In vielen anderen Ländern wird das nicht so gehandhabt und das finde ich gut. Generell finde ich es sehr anstrengend darauf immer zu achten, was man jetzt am besten sagt, damit es irgendjemand bloß nicht in den falschen Hals bekommt. Wir verbiegen uns dann so sehr, dass wir uns dann teilweise selbst belügen.

Wenn man jedoch das Ganze relativiert und am obigen Beispiel mit dem Kopfrechnen weiter denkt, dann ist es doch nichts schlimmes für mich. Ja, die fiktive Person ist besser im Kopfrechnen, dafür bin ich schneller bei Reaktionsspielen oder, oder, oder. Wir Menschen sind so komplex, mit so vielen Fähigkeiten sowie Fehlern, dass es absurd ist sich im Ganzen über jemand anders zu stellen. Punktuell ja, aber im Ganzen nein.

Daher finde ich es sehr angenehm, wenn mir jemand offen sagt, was er gut kann und dabei ehrlich zu sich selbst ist. Ich finde das sogar besser, selbst dann, wenn sie/er sich überschätzt, als eine Lüge oder „sich selbst klein machen“ nach außen lebt.

Wenn jemand ehrlich zu sich selbst und zu mir ist, kann ich wesentlich besser mit ihm zusammen arbeiten. Ich weiß seine Stärken und kann mich, sofern er sich nicht selbst überschätzt, auf seine Stärken verlassen und fühle mich dadurch auch selbst sicherer.

Richtig eingesetzt und vermittelt hilft es also allen Parteien.

Greetz

Parloon

Warum Scheiß(e) so lange überlebt 

Ja, zugegeben ein „krasser“ Titel für einen Blogbeitrag, womit ich aber nicht Aufmerksamkeit erhaschen möchte. Vielmehr möchte ich damit das Thema so direkt wie möglich ansprechen. 

Ich lese viele Blogs, Nachrichten, wissenschaftliche Studien etc. und überall liest man vom Nonplusultra, was sehr schnell zum Standard hochstilisiert wird. Bei den ganzen Beiträgen bekommt man sehr schnell das Gefühl, dass man selbst in der Steinzeit lebt, vor allem weil wir bei allen Entwicklungen immer schneller werden. 

Ich bin selber ein totaler Verfechter der stetigen Optimierung und kann nicht verstehen, wenn sich Leute zufrieden geben und Hirn abschalten. Zu dieser Einstellung, alles zu hinterfragen, gehört aber auch die stetige Optimierung zu hinterfragen. Wie bei allen Dingen im Leben gibt es dabei nicht nur Vorteile:

  • Die stetige Optimierung bzw. der Drang danach impliziert eine gewisse stetige Unzufriedenheit. Ein „Genießen“ des Status Quo ist schwierig, weil man immer auf der Suche nach etwas besserem ist und sich nicht dabei erwischen lassen möchte, dass man stehen geblieben ist
  • Es gibt immer etwas besseres auf der Welt oder im Leben, von daher ist die Suche nie unbegründet, fördert aber die eben genannte Unzufriedenheit 
  • Durch unterschiedliche Einstellungen demotiviert man sich gegenseitig 

Oft sollten wir uns in Leben also auch hinterfragen, ob die „Scheiße“wirklich so scheiße ist, oder ob wir es selbst so schlecht machen in unserem Wahn alles perfekt zu machen. 

Und damit hängt auch die Antwort auf die Frage im Titel („Warum Scheiße so lange überlebt“) zusammen. Es überlebt so lange, weil

  • es gar nicht so Scheiße ist 
  • weil (zum Glück) nicht alle Perfektionisten sind und somit auch „nicht perfektes“ zulassen 
  • die Auswirkungen der Scheiße meist im Gesamtkontext gar nicht so erheblich sind 
  • im Konkurrenzkampf das Niveau im Durchschnitt viel geringer ist als wir glauben (weil wir uns immer mit dem neusten und besten beschäftigen, dies in der Realität aber im Durchschnitt nicht vorhanden ist)

Mit der ganzen Betrachtung vorweg, könnte man meinen, dass ich die Fortentwicklung negativ sehe. Das Gegenteil ist der Fall, aber ich versuche mich selbst und auch andere vor Extremen zu bewahren, weil dies immer Nachteile hat. Bei Extremen vergisst man immer die andere Seite der Medaille und ich bin vom Typ immer schon jemand gewesen, der sich nicht gerne vor einen Wagen spannen lässt.

Mein Fazit wäre zu dem Punkt, bewusst mit dem Thema umzugehen, d.h. auch zu reflektieren ob man nicht übertreibt und sich auch mal bewusst gegen eine Weiterentwicklung zu entscheiden, damit man die Gegenwart genießen kann. 

Eure Meinungen dazu? 

Das Ganze habe ich auf dem Handy ganz spontan geschrieben und meine Lust die Rechtschreibung etc. zu korrigieren ist gering. Wer sich daran stört kann den Tab gerne schließen 😉

Die Stärke der Kritik

Kritik ist ein negativ behaftetes Wort, ähnlich wie Arroganz, wo doch beide Begriffe sowohl was positives und was negatives ausdrücken können. Im Grunde genommen müssten die Begriffe neutral betrachtet werden. Heute geht es mir um die Kritik und vor allem um seine positiven Effekte.

Durch meine jahrelange Arbeit als Manager / Projektmanager ist mir Kritik besonders wichtig. Die meisten werden sich fragen warum? Es ist relativ simpel…Als Projektmanager steht man in den meisten Unternehmen (zumindest bevor es die agile Bewegung gab) an vordester Front. Damit meine ich, dass man im klassischen Sinne das Projekt LEITET und die meisten Personen nehmen Direktiven an und führen diese aus. Eine Art der Arbeit, im Übrigen, welche mir immer widerstrebte.

Hierdurch ist man jedoch automatisch in offiziell, inoffiziell, gefühlt oder bewusst in einer höheren Hirarchiestellung. Durch diese „höhere“ Stellung gibt es im Projekt keine gleichgestellte Person und somit fehlt es an Personen, welche auf „Augenhöhe“ Kritik (positiv / negativ) geben können. Wenn Projektteilnehmer Kritik an den Projektleitern üben, und das passiert ganz oft und massiv, dann passiert das meist im Verborgenen bzw. von den Projektbeteiligten untereinander. Dem „Leiter“ selbst wird dies nicht mitgeteilt, weil man in irgendeiner Weise negative Effekte für einen selbst befürchtet.

Somit wird der Projektleiter meist von anderen „bewertet“. Diese anderen sind meist Personen aus dem Management / Geschäftsführung. Verbunden mit ihrer Rolle haben die einen Fokus auf den Ausgang des Projektes, also kurz gefasst: Projekt verläuft positiv = guter Projektleiter, Projekt verläuft negativ = schlechter Projektleiter.

Ich habe mich innerlich immer gegen die Kritik gewehrt und selbst positive Kritik von oben nicht angenommen bzw. nur den Teil, welche die Personen wirklich beurteilen konnten. Damit konnte ich was anfangen, weil ich wusste, dass diese Kritik berechtigt und fundiert war. Somit fehlte mir ganz oft eine wahre Betrachtung meiner Arbeit, weshalb ich schon ganz früh damit anfing, mir diese selber einzuholen.

Leider spielt bei Kritik auch das Standing der Person eine große Rolle. Wie im Leben, kommt man schnell in eine Schublade. Hat man die ersten Projekte gut abgeschlossen (nach welchen Kriterien auch immer), wird man fast grundsätzlich immer positiv beurteilt. Das sind meine „Schulterklopfer“. Ich werde nie vergessen, wie während eines Projektes diese Schulterklopfer zu einem kamen und andere Vorgehen kopierten, weil die meinten alles wäre so toll, was man macht, ohne wirklich zu begreifen, was man tat. Das beste an der Sache war, dass man die meisten Dinge schon im Projekt vorher schon getan hatte, wo es keinem bewusst wurde und die Schulterklopfer nur um die Ecke kamen, weil man dem Großen und Ganzen einen Namen gab: agiles Projektmanagement!

Neben den „Schulterklopfern“ gibt es für mich noch die „Kopfnicker“. Die Kopfnicker haben ebenso eine positve Grundhaltung zu einer Person und nehmen alles positiv von der Person auf und vertrauen blindlings auf dessen Meinung. Bei Projektmanagern ist dies ziemlich fatal, weil es meist kaum eine Kontrollinstanz für gutes Projektmanagement gibt, weil es schier zu wenige Personen gibt, welche Projektmanagement zu beurteilen wissen. Das heißt dann in der Praxis in etwa: „Ich weiß zwar nicht was du tust und warum du es tust, aber das Projekt läuft gut, du machst auf mich einen kompetenten Eindruck, also bist du ein guter Projektmanager“. An für sich wäre dies auch ok, wenn man es so frei und ehrlich äußern würde. Das wäre zumindest ehrliche Kritik, aber es wird statt dessen verschleiert, man gibt sich fachkundig und interessiert aus.

Ich finde das schrecklich!!! Umso mehr erfreue ich mich an Personen, die anders eingestellt sind. Die verstanden haben, dass es bei Kritik nicht darum geht RECHT zu haben oder gar eine Person besser oder schlechter darstellen zu können. Es geht darum, seinem gegenüber eine ehrliche und vor allem aus der eigenen Sicht der Dinge Feedback zu geben mit der Intention Dinge zu hinterfragen, welche einem sich nicht direkt erschließen.

Jeder weiß, dass wir uns selbst nur bis zu einem gewissen Grad selber reflektieren können. Dies hängt ja alleine schon mit der Perspektive des jeweiligen ab. Aus einer Perspektive kann eine Maßnahme ein Volltreffer sein, aus einer anderen eine Katastrophe. Wenn man nur eine Perspektive hat, hat man kein Gesamtbild und damit nicht die CHANCE einen guten Job zu machen.

Aktuell habe ich selbst durch den Weggang eines Kollegen sehr stark gespürt, was einem fehlt, wenn ehrliche Kritik kaum geäußert wird. Als erstes musste ich begreifen, dass diese Eigenschaft keine Normalität ist! Diese Eigenschaft Dinge neutral und sachlich zu betrachten und reine, ungenierte Kritik zu geben, ist leider sehr selten UND eine wahre Stärke wenn man es kann. Warum? Na ganz einfach: Es macht die anderen um einen herum besser (natürlich nur, wenn diese mit der Kritik umgehen können). Außerdem ist eine Person mit der Stärke ungemein wichtig um eine gute Rückkopplung und eine andere Sicht auf Themen zu bekommen. Nur dann kann man die Dinge ganzheitlicher betrachten und Entscheidungen treffen, welche gehaltvoller sind, als nur selbt reflektierte.

Ich finde es persönlich wahnsinnig gut zu wissen, dass es Personen gibt, zu denen ich gehen oder mit denen ich sprechen kann, welche mir dann eine glasklare und ehrliche Meinung geben. Ich kann bei diesen Personen darauf bauen, dass sie mir nicht nach dem Mund reden werden, dass sie tatsächlich aus ihrer Perspektive bewerten werden. Das ist ein ungemein gutes Gefühl!

Da ich mich schon immer für die „Agilität“ interessiert habe, bin ich nur immer wieder verwundert, dass dies nicht Normalität ist. Solche Personen sind selbst heute rar gesät, obwohl überall ehrliche und offene Kritik ohne Rücksicht auf Hirarchie propagiert wird.

Für mich daher (bis heute) bleibt dies eine wahre Stärke von Personen, welche auch genutzt werden sollte. Habt ihr also solche Personen für euch identifiziert, dann nutzt ihre Stärke für euch, denn diese Personen machen euch besser bzw. ermöglichen euch bessere Entscheidungen zu treffen. Natürlich könnt und sollt ihr dann mit euren Stärken den anderen beiseite stehen und nicht nur die Person ausnutzen, das versteht sich hoffentlich von selbst.

 

Greetz

Parloon

Effektive Kommunikation und die richtigen Kommunikationsmittel

Das Thema wurde zwar schon in der Litaratur als auch im Internet „tot geritten“, aber gerade in meinem Beruf mache ich immer wieder die Erfahrung, wie wichtig es ist darüber nachzudenken, wie man kommuniziert und welche Kommunikationsmittel man benutzt.

Wer kennt es nicht: Elend lange Mailketten mit Konverationen von mehreren Beteiligten ohne ein wirkliches Ende. Teilweise werden sogar schon Mails geschrieben ohne wirklichen Inhalt und ohne wirkliche Intention etwas zum Thema beizutragen. Ich finde es schrecklich und rege mich (zu sehr) darüber auf!

In diesen Fällen verstehe ich nicht, warum die Beteiligten nicht verstehen, dass die face-to-face Kommunikation am effektivsten ist. Die meisten von uns sind schon so im Internet-Zeitalter angekommen, dass Ihnen die indirekte Kommunkation am liebsten ist. Kurz schreiben, ohne den anderen sehen zu müssen, geschweige denn seine Meinung zu hören, sich mit dem anderen Menschen auseinander zu setzen. Wir versuchen gar manchmal eine Anonymität selbst in einer Umgebung wie unserem Job, wo wir gar nicht anonym sind, zu schaffen. Und dann kommen die selben Charakteristika zu tragen, welche wir von Facebook und Co kennen. Im Schein der Anonymität können wir spotten, verletzen etc.

Ich merke manchmal schon bei Personen, dass sie das 1 mal 1 der normalen persönlichen Kommunikation (face-to-face) gar nicht mehr kennen. Sie fühlen sich unwohl in der Situation, können sich nicht ausdrücken, weil sie meist die Reaktionen fürchten. Das finde ich wirklich schade und ich versuche mich auch jeden Tag dagegen zu erwehren, aber ich ertappe mich selbst auch immer wieder dabei, es mir einfach zu machen.

Um nicht immer in diese Falle zu tappen, stelle ich ein paar Fragen an mich selbst bevor ich eine Konversation beginnen:

  • Weches Kommunikationsmittel ist für mein Anliegen am effektivsten? Möchte ich nur eine Information weiter geben und dies sogar an viele Menschen -> dann nutze ich meist eine Mail, Gruppenchats etc.; Möchte ich eine Diskussion bzw. etwas erläutern, so nutze ich am besten das persönliche face-to-face oder ich rufe per Telefon an (In der Reihenfolge / Priorität).
  • Wie würde ich gerne informiert werden? Manche Informationen erfährt man gerne persönlich in einem Gespräch, als in einer Mail
  • Wenn ich jemanden nicht persönlich erreiche, überlege ich mir, ob ich wirklich schnell eine Mail schreibe, oder aus den oben genannten Gründen lieber doch warte, bis ich die Person persönlich erreiche.
  • Last but not least: Ich überlege mir, wie ich es mir am einfachsten machen kann. Klingt egoistisch, aber warum soll ich mich auf endlose Mails einlassen, wenn ich etwas in einem kurzen Gespräch mit wenig Aufwand bewerkstelligen kann?

Ebenso rufe ich mir immer in den Kopf, dass Kommunikation erst ein Dialog wird, wenn man den Rückkanal bereit stellt und dass das geschriebene sehr oft misinterpretiert wird. Hierfür mein Lieblingsbeispiel:

„I never said she stole my money“ has 7 different meanings depending on the stressed word.

I didn’t say she stole my money – someone else said it.

I didn’t say she stole my money – I didn’t say it.

I didn’t say she stole my money – I only implied it.

I didn’t say she stole my money – I said someone did, not necessarily her.

I didn’t say she stole my money – I considered it borrowed, even though she didn’t ask.

I didn’t say she stole my money – only that she stole money.

I didn’t say she stole my money – she stole stuff which cost me money to replace.

 

Greetz

Parloon

Buch und Link-Empfehlungen Projektmanagement / Management

Tja, leider lese ich inzwischen mehr digitales, als analoges. Inhaltlich ist dies eigentlich nicht weiter schlimm, aber so wie sich meist Theorie und Praxis unterscheiden, ist das analoge lesen einfach was anderes. Es ist wie Akustik-Gitarre spielen, statt einer elektrischen oder wie Radio hören, statt fernsehen 😉

Ich habe mich heute einem Buch gewidmet und werde es die Tage weiter tun, welches ich von einem früheren Kollegen und Freund zum Geburtstag erhalten hatte. Es war eine wahrliche Wonne sich wieder einem guten Buch zu widmen. Ein schöner Espresso mit Milch, der Duft der Buchseiten, das manuelle Blättern…Klingt schnulzig und romantisiert, aber ich habe es wahrlich genossen und mir abermals vorgenommen wieder mehr analog zu lesen.

Nun zum Buch:

Als ich erstmal davon hörte, habe ich es mir nicht vorstellen können, wie man solch ein teilweise trockenes Thema in einem Roman abwälzen kann. Aber man kann und wie! Die Tücken und Details des Projektmanagers und Managers werden sehr gut beschrieben und sehr gute Ableitungen dargestellt. Ich teile nicht alle Ableitungen, aber die meisten. Auf jeden Fall eine klare Leseempfehlung.

Klare Leseempfehlung für Projektmanager / Manager sind die Werke von Jurgen Apello:

  • Management 3.0: Dieses Buch beginnt mit wissenschaftlichen Theorien. Durch die ersten Kapitel muss man sich ein wenig durch kämpfen und man kann das Buch sicherlich nicht in einer Nacht „verschlingen“. Dafür bringt es einen zu sehr zu nachdenken und die Neuigkeiten muss man erstmal „verdauen“. In den folgenden Kapiteln wird der Autor dann praktisch und spätestens ab dann ist das Buch die reinste Freude. Es kam mir fast so vor, als hätte ich einen Seelenverwandten gefunden. Ebenso wurden zum größten Teil meine Handlungsweisen der vorherigen Jahre bestätigt und wissenschaftlich belegt. Ich konnte vieles von meinem Tun nun noch besser nachvollziehen und anderen noch besser verdeutlichen.
  • Workout (http://www.amazon.de/Workout-Practices-Improve-Delight-Management-ebook/dp/B00N6REYKQ/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1444500231&sr=8-1&keywords=j%C3%BCrgen+apello) Dieses Buch ist eigentlich eine Fortführung des ersten Buches, wobei es hier rein um praktische Tipps und Erklärungen geht. Gerade die agilen Vertreter kommen hier voll auf ihre Kosten. Ob die gemeinsamen Arbeitsweisen, Feedback oder auch das leidigste Problem, die Bewertung und Belohnung der Mitarbeiter wird angegangen und sehr interessante Tipps gegeben.

The Agile Samurai von Jonathan Rasmusson (http://www.amazon.de/Agile-Samurai-Software-Pragmatic-Programmers-ebook/dp/B00AYQNR5K/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1444500640&sr=8-1&keywords=agile+samurai): Dieses Buch räumt für mich mit einem der größten Irrtümer in der agilen Welt auf. Gerade die Anfänge unter den Scrum-Anhängern waren davon geprägt die Scrum Vorgaben 100 prozentig einzuhalten. Tat man dies nicht, wurde man schief angeschaut und es wurde einem vermittelt, dass man nur nach Buch und auf keinen Fall anders Scrum leben kann. Dies widerspricht dem agilen Gedanken an sich, da man sich ja stets optimieren und hinterfragen möchte. Wie kann also ein einmalig nieder geschriebenes Framework für alle Zeit richtig sein? Darum geht es unter anderem in dem Buch, dass man als agiler Samurai seine agilen Waffen wählt und was gut funktioniert und sich gut anfühlt, auch gut ist. Desweiteren ist das Buch auch eher Praxis orientiert und gibt viele Erfahrungen aus der Praxis.

Dann noch ein paar sehr gute Links zu Artikeln und Videos:

  • http://sehen-lernen.com/wie-lean-leader-veraenderung-treiben/: Hier wird sehr schön und anschaulich vermittelt, was unter anderem auch ich, von einem Projektmanager erwarte
  • John Cleese on Creativity: https://www.youtube.com/watch?v=DMpdPrm6Ul4 Dieser Mann ist ein Genie für mich: Eine ungeheuere Komik und Kreativität, ein brillianter Redner und einfach ein wahnsinnig sympathischer und kluger Kopf. In diesem Video verdeutlicht er, warum sich manche Menschen sich ihre Kreativität selber nehmen, weil sie ihre Umgebung gar nicht darauf ausrichten, kreativ zu sein.
  • Toms Gedankenblog (https://tomsgedankenblog.wordpress.com/) Dieser Blogger-Kollege hat u.a. sehr gute Links zum Projektmanagement parat.
  • Bernd Geropp: Wie sie motivierte Mitarbeiter bekommen  – Dieses Video veranschaulicht, weshalb man eine Philosophie oder Vision als Firma / Agentur haben sollte.

Greetz

Parloon

Wie Besitz zu weniger Zeit und mehr Komplexität führt

Nicht umsonst liest man immer wieder von früheren Managern oder reicheren Personen, welche aussteigen, alles an Besitz hinter sich lassen und ein leichtes unkompliziertes Leben beginnen. Aber warum wählen sie diesen Weg und was hat das mit dem Besitz zu tun.

Da ich mich immer wieder mit diesem Thema persönlich auseinandersetze, dachte ich mir, dass ich meine Gedanken hierzu aufschreibe:

Ich denke, dass viel mit einem negativen Kreislauf zu tun hat. Vor allem in Europa sind wir schon geschichtlich gesehen auf Konkurrenz, Besitz und Besitzverteidigung getrimmt. Seit Jahrhunderten kämpfen und kämpften wir und unsere Vorfahren um Besitztümer (natürlich auch um Macht, aber das lasse ich mal aussen vor). Wir streben nach mehr und kriegen dieses Denken auch durch die Medien jeden Tag und mittlerweile wahrscheinlich jede Stunde eingetrichtert. DU brauchst diesen neuen Fernseher, DU musst unbedingt diesen Schlankmacher kaufen, weil du ansosnten nicht gut in shape bist etc. etc. Konsumiere, konsumiere, konsumiere. Darauf baut ja auch unsere Wirtschaft auf. Ohne immer steigenden Konsum würde unsere Wirtschaft auch zusammen brechen und die Menschen folgen dem Prinzip auch tagein und tagaus.

Wir kaufen mehr und schmeißen mehr weg. Produkte werden immer mehr auf einen kürzeren Lebenszyklus konzipiert und produziert. Wir kaufen mehr Geschenke zu Weihnachten jedes Jahr und unsere Handy halten immer weniger Monate durch, damit wir uns das nächste Flagschiff kaufen können.

Als wäre das nicht genug kommt hinzu, dass wir hierfür auch immer mehr verdienen müssen, um uns diesen Konsum leisten zu können. Entweder wir durchbrechen den Teufelskreis oder wir laufen der Kohle hinterher.

Und dann kommt es knüppeldick: Wir haben uns dies und das angeschafft, sind wahnsinnig gestresst das Geld zusammen zu bekommen um alles leisten zu können und haben noch mehr Stress, weil uns unser Besitz ebenfalls Stress bereitet. Warum? Beispiele? Nehmen wir unser(e) Auto(s). Das Auto muss gewartet werden, die Steuern geklärt werden, Versicherung geklärt und am besten immer optimiert werden, Ärger wenn es kaputt geht inkl. Reparaturen. Das alles kostet Zeit und nerven. Weitere kleine Beispiele mit ähnlichen Auswirkungen:

  • Die Lampe im Garten, welche immer wieder ausgetauscht werden muss
  • Der Rechner, der immer geupdatet, konfiguriert und repariert werden muss
  • Der Internetprovider der immer wieder Ärger macht, weil das Internet ausfällt
  • Der Haufen Elektroutensilien, welche uns im Leben helfen und alles einfacher machen sollen, aber regelmäßig kauputt gehen (Ach ja, die sind ja extra so konzipiert, damit man mehr konsumiert ;))
  • etc. etc. etc.

Ist das Ganze nicht irre? Tja und warum verhalten wir uns nicht anders, wenn das den meisten bewußt ist?

Ich habe keine Antwort darauf, nur das wir wahrscheinlich kaum Zeit haben darüber nachzudenken. Wir sind ja damit beschäftigt, alles zusammen zu bekommen und alles zu reparieren und zu beschützen. Ebenso fällt es uns extrem schwer gegen den Strom zu schwimmen. Schwimmen wir gegen den Strom, verhalten wir uns andres. Verhalten wir uns anders, fallen wir auf (meist negativ) und davor haben wir Angst. In die vorgegebenen Fußstapfen zu treten ist halt einfacher, als einen eigenen Weg zu gehen.

Aber wenn wir ganz mutig sind, machen wir einen Schnitt. Schmeißen hin. Steigen aus. Und konzentrieren uns wieder auf das wesentliche, wie einige Manager oder andere Personen vor uns. Indem wir unsere Beitztümer reduzieren, müssen wir uns weniger stressen, diese am „Leben“ zu erhalten. Indem wir uns weniger anschaffen, müssen wir uns weniger stressen, das Geld hierfür zu bekommen und die Ganzen Dinge zu besorgen. Im Grunde genommen benötigen wir so wenig für ein erfülltes Leben…

Greetz

Parloon

Die Vision vom eigenen Recycling

Kennt ihr das auch: Ihr seid zu Hause und verzehrt oder konsumiert dies und das und dann fällt euch auf, wie oft ihr zum Mülleimer rennt? Mir geht es ständig so und ich fühle mich ganz oft…schuldig. Die Medien machen es einem nicht leicht, sich nicht irgendwie heutzutage schuldig zu fühlen.

Man tut zu wenig für die Umwelt, ist kein gutes Vorbild, man hat zu wenig soziales Engagement, als Elternteil versagt man laut Optimal-Werbebild in den Medien auch und obendrein ist man auch noch zu faul um etwas für sich selbst zu tun und sich „in shape“ zu halten. Danke für die Schuldgefühle Fernseher, Radio, Zeitung und Internet…

In diesen Momenten, wo ich mich wegen des zu viel produzierten Mülls, schuldig fühle und ich mich über mich und unsere Gesellschaft aufrege, frage ich mich immer, wie man das ändern oder verbessern könnte. Neben dem weniger konsumieren, was ich für äußerst effektiv und sinnvoll halte, bin ich bestrebt eine vollkommene Lösung zu finden. Das Ganze klingt verrückt, weil ich mir immer denke, dass darüber schon Millionen Gehirne nachgedacht haben, warum sollen meine Gehirnwindungen für den Durchbruch sorgen?

Egal, vielleicht gibt es diese Idee schon, aber zumindest möchte ich meine Vision nieder schrieben:

In meiner Welt 😉 gehen wir bewusster einkaufen. Alles ist teurer und dem Produkt entsprechend. Die Verpackungsmaterialien sind 100 % aus ökologischen Stoffen hergestellt (Biomasse). Wenn ich mit meinen Produkten nach Hause gehe und diese verzehre, auspacke oder sonstiges, nehme ich meine Verpackungen und gehe in den Keller. Dort trenne ich meinen Müll fein säuberlich und betreibe damit meinen „ökologischen Ofen“ bzw. meinen ökologischen Biomeiler / Biogasanlage, welcher die Biomasse in Wärme und Strom für mein Haus umwandelt. Somit sind die Produkte gar nicht teurer für den Endverbraucher, weil er statt Müll mit den Verpackungen seinen Heizstoff und Stromerzeugung bezieht.

Ich liebe diese Vision, weil dann Verpackung für mich einen richtigen Sinn machen würde. Wir bezahlen alle für die Verpackung der Produkte, welche wir kaufen, aber wir müssen dann noch Energie und Geld rein stecken um es zu entsorgen. Nervig! Umweltbelastend! Und Stressig! Ebenso müsste ich hoffentlich weniger Artikel lesen über Tiere mit x-Gramm Plastikmüll im Bauch und ja, ich würde mich weniger schuldig fühlen.

Was wären die Vorteile?:

  • Es wird keine Müllentsorgung mehr benötigt (Was wieder der Umwelt zu Hilfe kommt)
  • Es wird kein Plastikmüll etc. erzeugt!
  • Die Versorgung mit Energie findet dezentral statt (Bei Ausfall von einem Kraftwerk wären damit immer noch die Haushalte mit dem Nötigsten versorgt)
  • Der Verlust bei der Übertragung oder Herstellung von Brennstoffen entfällt (Strom über Stromleitungen, Herstellung von Pellets etc.)

Nachteile?:

  • Eigentlich sehe ich nur Nachteile bei der Verpackungsindustrie, weil diese sich umstellen müsste auf ökologisch verwertbare Verpackungen (wiederum eine Chance für die early adopter)
  • Die Mitarbeiter rund um die Müllentsorgung müssten andere Branchen finden

Damit meine (vielleicht auch schon von anderen genannte) Vison in Erfüllung geht, müsste sich wahrscheinlich eine kritische Masse aus der Verpackungsindustrie auf ökologische Verpackungen umstellen (schwierig) und es müssten Maschinen erfunden bzw. zur Marktreife gebracht werden, welche Biomasse effizient in die Bedarfsenergie umwandeln können.

Wenn ich Ingenieur geworden wäre, hätte ich wahrscheinlich mein Lebenswerk gefunden ;), aber so viel sei verraten, ein Ingenieur bin ich (leider) nicht.

Passend zum Thema ein kleiner Sidekick: native power Dieser Verein stellt sog. Biomeiler her. Aus kompostierbarem Abfall wird kurzerhand zusätzlich ein Wäremelieferant gemacht. Ich finde die Idee und die Umsetzung klasse!

Greetz

Parloon

Eine Unternehmenskultur schaffen und damit die Verbindungen zwischen Personen stärken

Da habe ich zufällig heute, da ich neu bin und ein wenig bei anderen Bloggern rumgestöbert habe, diesen Artikel hier über Leader und Manager gelesen:

leadership-vs-management-fuehrungsphilosophien-im-vergleich

Wie dort schön beschrieben wird, benötigen Unternehmen sog. Leader oder Visionäre, welche eine Philosophie entwickeln. Hierbei geht es zunächst um die Ziele des Unternehmens. Diese sollten zumindest über das monetäre hinaus gehen, denn das haben fast alle Unternehmen inne.

Umso klarer und durchdachter die Vision / Philosophie eines Unternehmens ist, umso deutlicher können die entsprechenden Personen für das Unternehmen akquiriert werden. Dies ist keine hübsche rumphilosophiererei, sondern hat einen hohen kapitalistischen Impact. Sind die Ziele des Unternehmens nicht klar, werden sich evtl. nicht die richtigen Mitstreiter finden. Da die Mitarbeiter das Unternehmen ebenfalls beineinflussen (positiv wie negativ) führen falsche Personalien zu höheren Kosten. Kulturelle „Mißstände“ sind hierbei ganz große „hidden costs“, weil diese sich meist schleichend negativ entwickeln und dadurch schlecht erkannt werden. Eine Umkehr ist meist mit großen Aufwänden und meist nur durch teilweise Neubesetzungen möglich.

Wie in meinem vorherigen Blogpost beschrieben (die-magie-der-verbindungen), werden mit jedem neuen Mitarbeiter die Verbindungen bzw. die Zusammenarbeit der Mitarbeiter wichtiger als die Mitarbeiter selbst. Umso mehr muss ein Unternehmen vordenken BEVOR es einen Wachstumskurs einschlägt. Meist werden aber diese Entscheidungen nicht bewußt getroffen, sondern entwickeln sich mit dem Kundenstamm. Hierbei fehlt es den Unternehmern oft an Managementerfahrung. Sind die Unternehmer also gute Visionäre (was im Übrigen auch leider eher die Ausnahme ist) haben sie nicht das „Handwerk“ die Vision umzusetzen. Gute Manager verfügen über einen Erfahrungsschatz und Unternehmensmodelle, womit sie Visionen in funktionierende Systeme umsetzen können. Hierbei gibt es aber keinen Königsweg, da der Erfolg von mannigfaltigen Faktoren abhängt (Produkt, Kunden, Umwelt, Mitarbeiter, Politik etc. etc. etc.). Vielmehr kommt es bei den Managern darauf an, dass sie die Vison verstehen, teilen und flexibel und kreativ sind in ihrem Vorgehen um die Vision erfolgreich umzusetzen.

Über die ganzen Thematik wurden zigfach Bücher geschrieben, was ich hier auch nicht in epischer Breite ausführen möchte. Ich wollte mit dem Beitrag lediglich darauf hindeuten, dass bei vielen Unternehmen die Vison fehlt und daraus sich Probleme ergeben, welche die meisten auf den ersten Blick nicht sehen. Ebenso kann es sein, dass eine Vision vorhanden ist, diese aber nicht gelebt wird bzw. vom Management die Fanatsie fehlt diese umzusetzen. Oft ist bei Traditionsunternehmen das Problem, dass zwar ein Visionär zu Anfang eine Philosophie aufgestellt hatte, jedoch vergessen wird diese beizubehalten oder bei Änderungen auch weiter zu entwickeln. Eine Philosophie sollte man natürlich nicht jeden Tag ändern, jedoch kann es sein, dass sich Entwicklungen auftun, welche einfach einen Paradigmenwechsel bedingen.

Ist die Philosophie und damit auch die Kultur gut, nehmen damit automatisch auch die Overheads bei größerer Anzahl an Menschen ab. Damit entgeht man der „Wachstumsfalle“, welche ich in meinem vorherigen Beitrag (die-magie-der-verbindungen) beschrieben hatte. Eine wirklich spannende und entsprechende Kultur habe ich kürzlich im Valves Handbook gelesen: Valves Handbook for New Eployees

In diesem Beispiel kann man sehr schön sehen, wie die entsprechende Kultur eine Menge des Overheads abnimmt und die „Planken“ des Unternehmens ausreichen um mit wenigen Regeln das Unternehmens stabil, effektiv und performant zu halten.

Greetz

Parloon

Der Einkaufs-Harakiri

Was soll ich sagen, ich hasse es einzukaufen! Also eigentlich ist das nicht richtig: Ich hasse es einzukaufen, wie es die Leute in Deutschland tun!

Mein absoluter Alptraum ist es am Wochenende Nahrungsmittel einzukaufen. Eigentlich möchte man am Wochenende ein wenig runter fahren, Tempo raus nehmen. Man möchte dem Druck der Woche entkommen, wo alles so getaktet erscheint. Man möchte sich leiten lassen, genießen und sich für Dinge Zeit nehmen.

Das Gegenteil ist beim Einkaufen der Fall. Eine Schar von wild gewordenen Irren rast durch das Einkaufszentrum. Wenn man die Szenerie beobachtet, bekommt man das Gefühl, dass alle einem Wettbewerb beiwohnen: schneller, günstiger und massig einkaufen.
Grimmige Fratzen überall, die einen wie Konkurrenten in diesem Wettbewerb sehen. Könnte er mir den letzten günstigen Apfel weg nehmen? Könnte er eher an der Kasse sein? Hat er die schnellere Kasse mit der besser aussehenden Kassiererin erwischt? Hat er den näheren Parkplatz bekommen?…

Einkaufen ist kein Wettbewerb! Wir haben (leider) alles im Überfluss und keiner muss sich Sorgen machen, etwas nicht zu bekommen!

1.) Warum gehen alle am Wochenende einkaufen?
2.) Warum gehen alle so oft einkaufen und kaufen so viel?
3.) Warum denken fast alle, dass beim Einkaufen Freundlichkeit und Rücksicht nicht gefragt sind?
4.) Warum haben wir alle keinen Respekt mehr vor den Waren, welche wir kaufen?

Ich finde das alles immer wieder sehr erschreckend und merke selber, wie ich mich dem anpasse und selber gestresst und rasend durch die Hallen laufe.

Ich versuche aber auch mich zu ändern. Ich versuche zu hinterfragen, was ich wirklich brauche und ob ich wirklich schneller sein muss, als die anderen. Ich lasse extra andere vor und genieße diese verwirrenden Blicke, wenn ich das tue. Ich versuche so freundlich wie möglich zu sein und mir die Produkte länger anzuschauen und zu begutachten als eine Sekunde. Ich versuche zu schlendern.

Passend zum Thema kann ich nur den Film „story of stuff“ und die dazugehörige Webseite: http://storyofstuff.org/ empfehlen. Das Video lässt mich bis heute immer wieder nachdenken, obwohl ich den Film schon vor Jahren gesehen habe.

Greetz
Parloon

Die Magie der Verbindungen

Ich beschäftige mich sowohl beruflich, als auch in meiner Freizeit mit Menschen und deren Zusammenarbeit untereinander. Außerdem war ich schon immer ein Typ, der es wahnsinnig liebt Dinge zu verbessern.

Früher versuchte ich den Weg zur Schule immer schneller und effizienter hinter mich zu bringen. Hierfür maß ich immer meine Zeiten und Zwischenzeiten, suchte alternative Wege oder versuchte mit so wenigen „Tritten in die Pedale“ wie möglich auszukommen. Später wurden es Prozesse oder gar Module von Unternehmen.

Was mir in letzter Zeit immer mehr gefällt ist die Modulierung von Systemen, also von Unternehmenssystemen. Das klingt für viele langweilig, aber für mich ist es wie das Lösen von Mathematikaufgaben oder das Lösen eines Sudoku-Rätsels. Ich mag es mir den Kopf zu zerbrechen, zu einer Lösung zu kommen, es auszuprobieren und zu schauen, ob es geklappt hat.

Was sich bei mir im Kopf rum treibt ist die Frage, wie man ein wachsendes Unternehmen trotz Wachstum und der damit wachsenden Komplexität agil und wiederstandsfähig (Resilient) hält. Letzendlich geht es darum, die Kultur, Schnelligkeit und Effizienz eines Start-Ups beizubehalten.

Womit haben wachsende Unternehmen zu kämpfen? Warum ist diese Aufgabe so schwierig?:

  • Ein Mensch ist ein Individuum und ist an sich schon komplex
  • Die Verbindungen zwischen Menschen sind somit ebenfalls komplex
  • Je mehr Menschen zusammen arbeiten (sollen), umso komplexer wird das zusammen arbeiten an sich
  • Letzendlich ist ein System (und das ist auch ein Unternehmen automatisch) mehr als die Summe ihrer Einzelteile (siehe hierzu Emergenz)
  • Verkauft werden aber meistens nur die Einzelteile im Unternehmen, z.b. eine Dienstleistung von einer Person in einer Agentur.

Die Komplexität nimmt also zu, so dass man einen immer größer werdenden „Overhead“ generiert, welcher nötig wird, um das System zu stabilisieren bzw. in manchen falschen Annahmen zu kontrollieren. Hierzu ein kurzes Beispiel:

  • Gegeben sei eine Agentur, welche aus Simplizitätsgründen nur einen Kunden hat und mit ihm die Summe X pro Stunde aushandelt
  • Bei 5 Personen im Unternehmen kann man beinah hundert Prozent an den Kunden weiter berechnen, da die Zusammenarbeit zwischen den 5 Personen recht einfach ist (Kommuniktion erfolgt face-to-face, Informationen müssen nur an wenige weiter gegeben werden etc.)
  • Bei einer Größe von 30 oder 40 Personen nimmt der Aufwand alleine zur Kommunikation einen viel höheren Aufwand in Anspruch. Hinzu kommen noch Themen wie Karriereplanungen, Prozesse und Regelungen, H&R Themen etc.
  • Da die Verträge nicht an die Unternehmensgrößen gekoppelt sind und immer noch nur pro Person bzw. pro erbrachte Stunde für den Kunden abgerechnet wird, brint eine Person automatisch immer weniger abrechenbare Stunden

verbindungen

Dies führt also im eigentlichen Sinne dazu, dass ein System, also auch ein Unternehmen immer ineffektiver wird. Dies liegt in der Natur der Sache. Ein Unternehmen kann also nur gegen steuern, indem es klein bleibt, oder?

Nein, das stimmt so nicht, denn die Verbindungen zwischen den Einzelteilen (in dem Beispiel die Menschen / Mitarbeiter) bringen zwar eine Komplexität mit sich, können aber auch zum Vorteil genutzt werden. Z.B. kann man mit mehr Personen komplexere Aufgaben lösen, ebenso wird das System mit jeder Person resilienter (widerstandsfähiger), da der Wegfall einer Person nicht mehr so ins Gewicht fällt, wie bei einem Start-Up mit 5 Personen.

Umso mehr wird also für größere Unternehmen wichtig, sich um die „magischen“ Verbindungen zu kümmern. Ab einer Schwelle werden diese, auch rein unternehmerisch betrachtet, viel wichtiger, als die Einzelteile selbst:

  • Nehmen wir mal ein Unternehmen mit 1000+ Personen
  • Die Verbindungen steigen demnach exponentiell, wenn theoretisch gesehen jeder mit jedem verbunden sein müsste
  • Bei so einem Unternehmen fällt es, unternehmerisch betrachtet, der Wegfall von einem Super-Spezialisten nicht so ins gewicht, weil es nur ein tausendstel des Unternehmens ausmacht (Auch wenn der Mitarbeiter so wichtig wäre, wie 10 wären es trotzdem nur 10 / 1000)
  • Die Verbindungen sind aber bei der Masse so hoch, dass eine Verbesserung dieser locker so viel Effekt bringen kann, wie 100 neue Mitarbeiter (z.B. Verbesserung der Kultur, der Motivation, der Kommunikation etc. der Mitarbeiter untereinander)

Im nächsten Beitrag werde ich darüber schreiben, welche Überlegungen dabei helfen können, dass die Verbindungen gut bleiben.

Im übrigen hier ein Buch-Tipp zum Thema: http://www.amazon.com/Management-3-0-Developers-Developing-Addison-Wesley/dp/0321712471

Greetz

Parloon